Was sind die nahen Feinde ?

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Was sind die nahen Feinde?

Das Leben heute verlangt Härte und Durchsetzungswillen, für Weicheier ist in der Geschäftswelt keinen Platz mehr. Im Berufalltag wird der bewundert, der knallhart auf treten kann. Alle diese so harten und coolen Typen haben früher oder später Probleme mit ihrer Psyche, das bekannteste ist der Burnaut, das so viele Manager ereilt. Aber auch Menschen die schon Jahre auf spiritueller Suche sind, fehlt es oft an Herzenswärme, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut. Dies sind die vier hervorragenden Geisteszustände wie sie der Buddha lehrte. Viele spirituelle Suchende verwechseln, diese hervorragenden Zustände mit den Nahen Feinden, weil sie sich so ähnlich sind.

Wenn wir einem Menschen begegnen, der diese vier Geisteszustände verwirklicht hat, meinen wir, einem aussergewöhnlichen Menschen zu begegnen und es tut uns gut in der Gesellschaft von solchen Menschen zu sein.

Was sind diese vier hervorragenden Geisteszustände;

auch Brahmavihara genannt

Herzenswärme; oder auch Liebende Güte, wenn ein Mensch Herzenswärme ausstrahlt, dann finden wir das sehr schön, genau so ist es mit dem

Mitgefühl; das Wort sagt es bereits, wir fühlen mit dem anderen.

Mitfreude; sich über das Glück von andern mit freuen.

Gleichmut; in jeder Lage Gelassen und ruhig bleiben, alles ist gleichwertig.

Wenn wir diese Zustände verwirklichen, dann sind wir in unserer Mitte und wir sind fähig, auch für andere da zu sein. Diese vier Zustände, sind ein Ausdruck von Offenheit, Wachheit und Liebe. Dies sind die vier hervorragenden Geisteszustände, wie sie der Buddha nannte, alle vier haben einen Gegenspieler der ihre hervorragenden Eigenschaften nachahmt, das sind die nahen Feinde, diese Maskieren sich, wie eine spirituelle Qualität die uns Vortäuscht, wir seien bereits spirituell verwirklicht. In Wirklichkeit, sind es nur schlechte Imitationen, der echten Gefühle, die uns täuschen, die Folge davon ist, dass wir uns Isolieren und Ängste in uns aufkommen lassen, die uns von unseren wahren Gefühlen trennen.

Betrachten wir ein Mal diese nahen Feinde, wer sind sie und wie wirken sie sich auf unser Leben aus?

Abhängigkeit, Anhaften; Wenn wir sehr unsicher und unselbstständig sind, suchen wir Anschluss an jemanden der das alles hat, was uns fehlt. Wenn wir in Abhängigkeit geraten, dann lieben wir nicht wirklich, wir brauchen den Anderen, er gibt uns Energie und Liebesersatz, wir nehmen nur und haben Forderungen an den Anderen, die er/sie auf die Länge nicht erfüllen kann und will. Das Wort Anhaften sagt alles, wir kleben uns förmlich an den Anderen. Abhängigkeit trennt uns, wahre Liebe vereint uns. Wenn wir wirklich lieben, wollen wir nicht Beherrschen, das Gegenteil ist der Fall. Liebe kommt aus dem Herzen und ist nicht auf Angst und Abhängigkeit aufgebaut.

Mitleid; Wenn wir jemanden bedauern, dann sind wir voller Mitleid und das Mitleid ist der nahe Feind des Mitgefühls. Das Wort sagt es ganz genau mit leiden, ich begebe mich auf die gleiche Ebene, wie der leidende, anstatt das nur einer leidet, leiden jetzt zwei. Wenn wir echtes Mitgefühl empfinden, sind wir fähig uns in den Anderen hinein zu fühlen. Wir bleiben offen und nehmen den Anderen so wie er ist. Weil unsere Gefühle aus dem Herzen kommen können wir seinen/ihren Schmerz verstehen und annehmen.

begehrliche Freude begehrliche Freude will das was andere haben, wir vergleichen immer und das bemerkenswerte daran ist, wir sind nicht mehr fähig uns mit anderen über ihren Erfolg oder etwas schönes dass sie erhalten haben, zu freuen. Es ist die Vorstufe zum Neid Darum heisst dieser positive Zustand mitfühlende Freude (die Freude am Glück anderer) Wenn wir neidisch reagieren, dann fühlen wir uns vom anderen getrennt. Das ist ein Mangelgefühl,; ich will auch.

Gleichgültigkeit; Wenn uns etwas gleichgültig ist, dann sind wir teilnahmslos, träge, irgendwie distanziert, nicht anwesend, schlichtweg, alles ist uns egal. Echter Gleichmut ist hellwach und wir sind präsent, wir sind beteiligt, es kann rund um uns ein riesiges Chaos herrschen, wir bleiben gelassen. Wir sind tief in uns verankert unser Herz ist offen, Freude und Schmerz nehmen wir gleichmütig an, weder suchen wir es noch lehnen wir es ab.

Wenn wir unsere nahen Feinde erkennen und wieder lernen unsere wahren Gefühle so zu akzeptieren wie sie sind und sie nicht mehr unterdrücken aber auch nicht unnötig ausleben, so werden wir mit uns selber wieder in Kontakt kommen. Aber Achtung die nahen Feinde sind heimtückisch und Maskieren sich hervorragend. Wenn wir Achtsam bleiben, sind die nahen Feinde keine Gefahr mehr für uns und

wir sind wieder fähig aus tiefstem Herzen, zu Lieben und Wörter wie Herzenswärme, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut, sind keine Fremdwörter mehr für uns.

„Mitgefühl und Liebe sind keine blossen Luxusgüter.
Als die Quelle von innerem und äusserem Frieden,
sind sie grundlegend für das Überleben unserer Spezies.“
S.H. der XIV Dalai Lama

Auch noch lesen:

Leiden überwinden mit Gleichmut.

Die Grundgesetze des Lebens oder die drei Daseinsmerkmale.

Gedanken über 8 starke Emotionen “Die Acht Winde”

Gedanken zu Karma und den fünf Gewissheiten.

1.09.2008 von zentao

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5 Antworten

  1. lieber ZenTao, diesen Beitrag finde ich sehr gut und wichtig, in dieser unserer heutigen zeit… vor allem die gegenüberstellungen und tiefgreifenden erläuterungen … lg yym

  2. Lieber zentao, mir gefällt der Bezug zum Arbeitsleben. Manche Leute fallen dann vom Himmel wenn sie der Sonne zu lange zu nahe waren und müssen den Weg nochmals gehen (Burnout)… LG Rainer

  3. Menschen mit wirklichem Herzensverstand und Empathie für die Belange anderer sind oft sehr klar, eindeutig und mutig und eben keine Weicheier (gutes Beispiel: Seine Heiligkeit der Dalai Lama). Vielleicht ist es nur so, dass diejenigen Gemütsverfassungen, die den „Nahen Feinden“ entsprechen, mit wahrer Herzenswärme, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut v e r w e c h s e l t werden? Diese im Buddhismus gern „befleckt“ benannte Zustände zeichnen sich durch eine gewisse Verwaschenheit und Teilnahmslosigkeit aus (da nach innen, auf das eigene Ich/Ego gerichtet), die Eindeutigkeit vermissen lässt. Sie resultieren aus Unsicherheit, wie du, zentao, schön beschrieben hast, also einem Mangel an innerem Gleichgewicht. Das kommt wohl eher dem Bild eines Weicheis nahe! In gewisser Weise ist in unserer Kultur das Wissen von diesen uralten menschlichen Werten zu verschüttet, als dass es leicht wäre, den einen Zustand vom anderen zu unterscheiden. In der Tat: die „Vier nahen Feinde“ maskieren sich gut (-:, Danke für den Beitrag, zentao!
    Viele Grüße, Josephine
    P.S.: Woher stammt die Bezeichnung als „Vier nahe Feinde“? Ist mir neu und interessiert mich daher brennend…

  4. Sorry, noch ein Nachtrag. Eine Gesellschaft entlarvt sich selbst, wenn sie von Menschen mit Herz, Verstand und Mitgefühl von „Weicheiern“ spricht. In diesselbe Kategorie fällt das Wort „Gutmensch“. Die Quittung folgt irgendwann, siehe Bankenskandal.

  5. Hallo Zentao

    Danke für den eindrücklichen Post. Das hast Du sehr schön geschrieben und auf den Punkt gebracht.
    Lieben Gruss in den Tag
    Elfe

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