Tags: Achtsamkeit, Alltag, Buddhismus, Leben, Meditation, Menschen, Spiritualität, Weg, Weisheit, Zazen, Zen
Heute war wieder Zazen Zeit und es war eine sehr gut Meditation, Wir waren nur zu fünft, aber das hatte keinen Einfluss auf die Qualität des Zazens. Nach dem ich die Glocke dreimal geweckt hatte, war absolute Stille, volle Konzentration und Achtsamkeit und dies war unser heutige Meditation Text. Die alten Zen-Meister sprachen noch Klartext, er hat seinen Schüler noch ehrlich und direkt, den Weg zur Erleuchtung gezeigt. Damals gab es im Zen keine halbe Sachen, man ging den Weg bedingungslos und ohne Kompromisse. Heute meinen viele, ja so ein bisschen meditieren zur Entspannung, wenn möglich ganz ohne Engagement, das sei der Weg. In diesem Text zeigt und Meister Dahui,das schon am Morgen beim Aufstehen, die Schwirigkeiten beginnen und man soll von dem ersten Moment an, wenn wir die Augen öffnen, achtsam sein.
Hölle in Himmel verwandeln…
Die Menschen sind schwer von Begriff – Das wahre Selbst nicht kennend, laufen sie den Dingen nach, erleiden freiwillig unermessliche Schmerzen in ihrer Gier nach ein bisschen Lust. Am Morgen, noch bevor sie die Augen öffnen und sich aus dem Bett erheben, halb wach erst, flattert ihr Geist schon umher, sich an irgendwelche beliebigen Gedanken heftend. Zu gutem oder bösem Handeln konnte es noch gar nicht kommen, und doch haben Himmel und Hölle sich schon ich ihrem Herzen gebildet, bevor sie auch nur das Bett verlassen. Wenn sie an ihr Tagwerk gehen, ist die Saat von Himmel und Hölle ihrem Geist schon eingepflanzt.
Sagte nicht der Buddha: Alle Sinnesvermögen sind Gefässe, die euer eigener Geist manifestiert. Äussere Gegenstände sind Manifestationen der Einbildungen eures eigenen Geistes. Diese Manifestationen sind wie das Strömen eines Flusses, wie Samen, wie eine Kerzenflamme, wie der Wind? Sie vergehen von Augenblick zu Augenblick. Fiebrige Betriebsamkeit, das Lechzen nach unreinen Dingen und unersättliche Gier sind die Ursachen der sinnlosen und irreführenden Gewohnheiten, die sich offenbar endlos fortsetzen wie ein unentwegt sich drehendes Wasserrad.
Wenn du dies wirklich erfasst, dann weisst du, was es heisst, dass die Dinge kein Selbst-Wesen haben. Du weisst, dass Himmel und Hölle nirgendwo sonst sind als im Herzen des halb Erwachten, der gerade aufstehen will; sie kommen nicht von aussen.
Während du aufwachst, solltest du also wirklich achtsam sein. Und in dieser Achtsamkeit sollst du nicht gegen irgendetwas, das in deinem Geist gerade vorgeht, anzukämpfen versuchen. Beim Kämpfen vergeudest du Kraft. So sagt auch der Dritte Patriarch: Wenn du Bewegung anhalten möchtest, um zur Stille zurück zu kehren, wird das Ringen um Stille die Bewegung verstärken.
Wenn du inmitten der weltlichen Anforderungen des täglichen Lebens Kraft sparen kannst, so wächst dir eben hier Kraft zu, erlangst du eben hier Buddhaschaft, verwandelst du eben hier Hölle in Himmel.
Dahui
aus Zen-Guide
































