Tags: Achtsamkeit, Alltag, Buddhismus, Fotos, Meditation, Menschen, Spiritualität, Vergänglichkeit, Weisheit, Zen

Weisse Wolken ziehen vorüber....das Wasser bleibt davon unbewegt
Dinge geschehen lassen, das ist im Moment mein Bestreben, doch so einfach wie es scheint, ist das nicht. Wenn ich mich treiben lasse, ist nichts erledigt, das kann es nicht sein, wenn ich meinen Alltag bewältigen will, muss ich auch ab und zu meinen Verstand benutzen und wenn ich den Verstand benutze, ist automatisch mein illusionäres Ich dabei. Das Trugbild meines Ichs nimmt mir die klare Sicht auf mein Leben, aber das geht allen so, nicht nur mir, aber bei mir scheint es noch etwas ausgeprägter zu sein.
Das Ideale wäre, den Verstand zu benutzen und das Ego/ich links liegen zu lassen und einfach nicht beachten, das aber ist ja genau das Ziel von jeglicher Meditation und muss in der Praxis, täglich geübt werden.
Es ist mir bewusst, dass das Ich/Ego eine Illusion ist und es so nicht existieren kann, aber diese Ich begleitet mich schon mein ganzes Leben und hat mich schon in viele unangenehme Situationen gebracht. Meine Gewohnheitsenergien und meine Bequemlichkeit, sind teilweise die Ursachen meiner Unzufriedenheit und ich bin dann unzufrieden, wenn ich feststelle, dass ich wieder Termine verpasst habe oder einfach wieder einmal zu spät dran bin, oder auch wenn ich meiner Gier nach Süssem und all dem andern Junkfood nachgebe.
Wenn ich mich treiben lasse, verpasse ich einiges im Leben und lebe meisten unbewusst und das Ich steuert mich. Mir fehlt in solchen Augenblicken, etwas die Achtsamkeit. Wenn ich aber bewusst lebe und mir bewusst bin, das diese Ego ein Teil von mir ist und wenn ich dagegen ankämpfe, so leide ich und das Ego versucht nur seine Aufgabe, zu erledigen, je mehr ich kämpfe und mich auflehne, gegen Dinge die ich nicht ändern kann oder will, umso stärker wird dieses Ich/Ego. Klar ist diese Ego/Ich auch angelernt und in Wirklichkeit, existiert es gar nicht. Es ist vermutlich ein Phänomen der Westlichen Welt, in Naturvölker die eine starke Gemeinschaft haben, ist es fast nicht bekannt.
Es ist aber eine Tatsache, hier brauche ich einen Namen und lerne früh, mich zu wehren und das geht am einfachsten, mit einem Ego. Mit diesem Ich/Ego leben zu lernen, seine Kreativität zu nutzen und mich nicht mehr damit identifizieren, das kann ich auch lernen. Wenn das Ego/Ich, so sein darf, wie es von der Natur vorgesehen ist, als ein Mittel um die Seele, als Person, nach aussen zu vertreten, dann höre ich von selber auf mich allzu ernst zu nehmen. Sobald ich wieder achtsam und mir bewusst bin was in jedem Augenblick geschieht, bin ich wach und präsent und das Ego/Ich tritt wieder in den Hintergrund, bis zur nächsten Unachtsamkeit. Bewusst bleiben ist manchmal harte Arbeit, sich treiben lassen ist einfacher.
Leider meint der Mensch oft, er/sie, sei dieses Ich, dabei ist es nur ein Werkzeug, gut genutzt ist es sehr hilfreich im täglichen Leben. Wenn es aber zu übermächtig wird kann es viel Schaden anrichten. Leider lernen wir, in unserer westlichen Kultur nicht, oder zu wenig, damit umzugehen. Das muss jeder mühsam, in seinem Leben, selber lernen und erfahren. Ganz anders in den östlichen Kulturen, wird das schon im Kindesalter gelernt. Dank der Zen-Meditation, habe auch ich, dieses Ich/Ego erkannt und ihm seinen Platz in meinem Leben zugewiesen.
Wenn das, jemand Mal erkannt hat und lernt, mit sich selbst aus zukommen und nicht immer gleich auf Äusserlichkeiten reagiert, dann heisst das, auch für alles die eigene Verantwortung wahr zunehmen und aufhören anderen Schuld, zu geben. Wenn ich weiss, ich habe getan, was in diesem Augenblick geschehen muss, dann kann ich endlich, die Dinge geschehen lassen und dann auch so akzeptieren, wie sie kommen.
26.08.2011 Text von zentao
































