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Karma

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Der Begriff Karma ist bei uns weniger bekannt, und wird gerne mit dem Schicksal verwechselt, es sind aber zwei ganz unterschiedliche Begriffe. Ganz einfach; beim Schicksal, werden wir fremdbestimmt, da wird uns, unser Schicksal zugeteilt. Das Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung und ich selber bestimme weitgehend, was ich mir in mein Leben hole. Karma kommt aus dem Sanskrit und heisst Wirken, Tat, Handlung und bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese muss nicht unbedingt im aktuellen Leben wirksam werden, sondern kann sich möglicherweise erst in einem der nächsten Leben manifestieren. Das heisst, sofern ich auch etwas bewusst Lebe. Heute habe ich folgenden Satz gelesen:

Wenn dies ist, ist jenes;.

wenn dies entsteht, entsteht jenes.

Wenn dies nicht ist ist jenes nicht;

wenn dies aufhört, hört jenes auf.

Diese Worte von Buddha sagen eigentlich alles was es dazu zu sagen gibt.

Im Buddhismus wird nach diesem Grundsatz, die ganze Bedingtheit der Relativität und der gegenseitigen Abhängigkeit, das ganze Dasein und die Fortdauer und das Aufhören des Lebens, in einer ausführlichen Formel erklärt, welche Paticca- samuppadda, Bedingtes Entstehung genannt wird.

Das ist das Gesetz des Karma oder bei uns auch Schicksal genannt. Wobei das Schicksal, mir bestimmt ist, es ist mir zugeteilt, von wem auch immer, es ist schlussendlich eine Glaubenssache. Schicksal macht mir Angst und Karma gibt mir Vertrauen.

Beim Karma bestimme ich weitgehend selber, im täglichen Leben (siehe oben die Worte von Buddha ) was mir geschieht. Es ist ein klarer Ablauf des Geschehens, ein einziger Gedanke kann eine ganze Reihe von Taten frei setzen. Das sind einfache Worte und sie sind so klar und für jeden gut verständlich. Was immer ich getan habe, muss ich die Folgen tragen, ich bin Verantwortlich für meine Handlungen, nur ich. Es nützt mir nichts, wenn ich einen Schuldigen suche, auch um etwas bitten, bringt nicht sehr viel, ich weiss ja wo die Ursache für meinen, derzeitigen Lebensabschnitt ist.

Zwei Volksweisheiten aus unserer Kultur, die jeder kennt und auch versteht:

Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.

oder

Wie du in den Wald rufst, so ruft es zurück.

Das Gesetz hat selber keine Entscheidungsgewalt, es besagt nur, das was wir denken wird geschehen, im Guten wie auch im Schlechten. Wir sind immer auch der Schöpfer von dem was uns geschieht. Wo eine Ursache ist da ist auch eine Wirkung. Gute Gedanken und Handlungen führen zu einem Positiven Karma und dem zu Folge müssen schlechte Gedanken auch wieder zu einem negativen Karma führen. Zufall gibt es so auch nicht, das was als Zufall geschieht, ist nur ein Wunsch oder Gedanke den wir vergessen haben, aber weil es für uns möglicherweise Wichtig ist, geschieht es plötzlich und es fällt uns, dann zu, aber wir wissen es nicht mehr, weil es möglicherweise schon lange zurück liegt.

Der Buddha erzählt ein Gleichnis: Wenn tief in einem Wald, ein Mann einen anderen Ermordet und in im Boden verscharrt und er dann nach Hause geht und niemand erfährt etwas von seiner Tat, und er meint er habe keine Spuren hinterlassen, so gibt es jedoch Spuren in seinem Geist. Dies Spuren sind wie Samen und wenn die Zeit Reif ist und alle Bedingen stimmen, wird der Samen aufgehen. Wenn dieser Mann nun stirbt und keine irdische Macht konnte ihn bestrafen so wird er dennoch seiner Strafe nicht entgehen. Es kann durch aus mehrere Leben dauern, irgend wann wird sich der Samen manifestieren.

Darum ist es so wichtig dass wir lernen unser Denken zu kontrollieren, darum ist die Meditation so wichtig, weil wir lernen die Gedanken los zu lassen. In modernen spirituellen Kreisen, wird gerne über die Anziehungskraft, gesprochen, wir ziehen genau das in unser Leben, was wir ablehnen, denn mit dem müssen wir unsere Erfahrung machen und wir bekommen genau das was wir erfüllt haben, was wir verstanden haben, das was für uns, so oder so vollkommen in Ordnung ist.

Darum wird der Reiche immer reicher, weil ihm Geld nicht so wichtig ist, wenn er zu fest an seinem Reichtum hängt, wird er ihn auch wieder verlieren, der Arme hingegen bleibt arm, weil Geld für ihn so notwendig und wichtig ist. Scheinbare Ungerechtigkeit, aber das Gesetz von Ursache und Wirkung vergisst nicht. Es kann einer ein gutes Leben, leben, wenn er selber glaubt, das was er mache sei nicht gut genug, so wird es so kommen.

Karma gibt es in drei Formen; das direkte Karma, das wir immer sofort bemerken, Wenn wir lächeln wird der andere zurück lächeln, auch wenn ich mich schlecht benehme, werde ich das sehr schnell, am eigenen Leib spüren. Weil wir uns nachher meistens schlecht fühlen, oder vom Gegenüber die entsprechende Reaktion erhalten.

Dann gibt es das Karma, das sich noch in diesem Leben manifestiert. Wenn wir unser ganzes Leben falsch essen, wird sich das zu mindestens als Fettpölsterchen manifestieren. Da wird sich das bewahrheiten, was schon der Buddha sagte; wir sind das was wir Denken. Wir sind immer auch Schöpfer unseres Karma, auch in der Natur gibt es Schöpfer, ob es den Schöpfer gibt oder ob jedes Wesen Tiere und Pflanzen auch so etwas wie ein Karma haben; das weiss ich nicht. Aber was ich weiss, was immer mir geschieht, im Guten wie im Bösen, habe ich das vor langer Zeit entweder gedacht oder getan. Nichts kommt von nichts, immer gibt es einen Zusammenhang zwischen dem vergangenem und dem jetztigem Zeitpunkt. Und dieser Augenblick, bestimmt, das was kommt. Alles was geschieht hat auch eine Ursache und wird sich als Wirkung manifestieren.

Das hat in der Urzeit begonnen und wird dann enden, wenn sich die letzte Ursache manifestiert hat. Das geht aber noch ein Weilchen und die Erde dreht sich munter weiter. Weiter dreht sich auch unser Lebensrad das Samsara das ist der immerwährenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen.

Oft begegnen wir Menschen, wo wir, das Gefühl haben, wie wenn wir den schon lange kennen würden, es kann schon sein, dass wir mit diesem Menschen, eine Verbindung aus einem früheren Leben haben und das spüren wir in diesem Momment. Es gibt aber Menschen, wo wir eine ganz bestimmte Aufgabe, zu erfüllen haben, das sind vorallem unsere Kinder, die uns, als ihre Eltern gewählt haben. Aber auch unsere eigenen Eltern sind auch ein Teil unserer Lebensaufgabe.

Wenn wir jetzt aber meinen, das Karma sei etwas Unabänderliches und wir müssten das einfach ertragen, dem ist nicht so. Den wir können unser jetziges Karma immer wieder verbessern, wenn wir jeden Tag, achtsam unsere Gedanken beobachten und zuerst überlegen, was wir sagen wollen und uns unsere Handlungen zuerst überlegen. Wenn wir lernen, was immer kommt, mit der nötigen Gelassenheit, zu ertragen. Wir haben immer die Entscheidung, wie auch immer wir entscheiden, so wird es kommen. Wir sind die Schöpfer unseres Lebens, ob unser Leben aus Lebensfreude oder Lebenskampf besteht, bestimmt weitgehend unser Blickwinkel.

Zum Schluss; Karma wirkt auch wenn jemand nicht daran glaubt, das ist irgendwie gemein, aber Hilfreich zu wissen.

19.012012 Text von zentao

7 Antworten

  1. Pingback: den Weg finden… « zentao blog über zen + anderes

  2. Lieber Norbert
    es ist für mich schon klar, dass der Täter in einem anderen Leben auch ein anderes Wesen ist, aber auch da wird es eine Kontunität geben, so in etwa, alle die so eine Erfahrung machen müssen, sind wohl Kandidat um die Erfahrung des Ermordet werden zu machen. So wie ich es verstanden habe; unser Geist vergisst nichts, wenn der Samen reif ist, manifestiert sich die Frucht.
    Liebe Grüsse Erwin

    21. Januar 2012 um 19:07

  3. @Bertram
    Das besagt nur aus, dass er sich berechtigt fühlt die anders Denkenden zu Morden, erselber sieht sich nicht als Mörder. Aber in seinem Geist hat sich die Tat, ganz sicher eingeprägt,davon bin ich überzeugt, aber wer das dann irgendwann in einem späteren Leben ausbaden muss, das weiss ich auch nicht.
    LG zentao

    21. Januar 2012 um 18:55

  4. Zu dem o.g. Gleichnis in dem der Mörder sein Opfer im Wald verscharrt:

    Kürzlich habe ich ein Interview mit einem ehemaligen RAF-Mitglied, der einen Polizisten erschossen hat gehört. Er sagte: “Ich kann sagen ich war RAF-Mitglied, aber ich kann nicht sagen, ich war ein Mörder.

    21. Januar 2012 um 09:17

  5. Ja, lieber Erwin,
    Karma ist Aktion und wirkt ob man daran glaubt oder nicht, wie die Erdanziehung auch. ;-)
    Wir sind was wir denken, weil alles nur durch uns geschieht und nicht von uns.
    Oder wie es Buddha sagte:
    Es gibt Taten aber keine Täter. Damit fällt jegliche Schuld, Scham und Sünde vom Menschen. Jedoch nur, wenn er es erfahren hat.
    Durch lesen wird’s nix!

    LG
    Norbert

    20. Januar 2012 um 17:12

  6. Taigyo Gido

    Karma ist der Ausdruck der Polarisierung, in der wir und alle Erscheinungen gefangen sind. Je stä#rker wir Meinungen, Ideen u8nd Thesen verfolgen, je stärker polarisieren sich die Energien und reflektieren uns die Welt.

    19. Januar 2012 um 19:45

  7. Pingback: selbst geschriebenes… « zentao blog über zen + anderes

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