Tags: Zen-Vortrag, Zen, Leben, Menschen, Vergänglichkeit, Unbeständigkeit, unbefriedigend, Belehrung
Heute war ich an einem Vortrag von Marcel Geisser unserem Zen-Lehrer (Haus Tao) über die drei Daseinsmerkmale.
Diese drei Daseinsmerkmale sind die Grundgesetze des Lebens.
Schon Buddha lehrte, wenn wir diesen Körper betrachten, fragen wir uns, bin ich dieser Körper? Und wenn? Welcher Teil, dieses Körpers bin ich? Kann ich verhindern, dass der Körper zerfällt? Habe ich Kontrolle über meinen Körper? Wenn der Körper mir gehört, dann muss ich ihn kontrollieren können, Die Tatsache ist und wurde von der Wissenschaft bestätigt, der Körper altert jede Sekunde. Auch da stellte der Buddha fest, wir haben keine Kontrolle über unseren Körper, also existier auch hier, kein Selbst im Körper.
Das 1. Daseinsmerkmal ist die Vergänglichkeit und die Unbeständigkeit (anicca)
Dann erklärte uns Marcel, man kann sich ja auch fragen, ob der Geist den Körper bewohne und welcher Geist und kann man ihn festhalten? Und wo im Körper ist der Geist, in den Armen, den Beinen, aber da ist auch kein Geist. Auf diese Analyse stellte Buddha auch da fest, da ist kein Geist. Der Buddha stellte auch da fest; der Geist kann nicht mein Selbst sein, es ist nirgendwo so etwas wie ein Selbst oder Ich zu finden. Ich kann weder den Körper noch den Geist kontrollieren ,alles ist Unbefriedigend und ohne eigenen Wesenskern, wir leiden und sind frustriert. (dukkha) und das ist das 2. Daseinsmerkmal
das 2. Daseinsmerkmal ist nur sehr relativ eines,
denn wenn wir nichts wollen und an nichts haften, so trifft dies nicht zu. deshalb wird es in den Mahayanatraditionen durch Nirvana ersetzt, die Möglichkeit, in Friede und Freiheit zu sein.
Als Kind war Marcel, fasziniert von dem Märchen vom Dornröschen, wo alle für 100 Jahre erstarrt waren, ohne Bewegung der Koch stand noch mit dem Kochlöffel in der Luft da und wie glücklich er war als der Prinz das Dornröschen befreite und alle sich wieder bewegen konnten. Schon als Kind hat er begriffen; „Alles muss fliessen, Bewegung ist Leben, Erstarrung ist Tod.“
Er erklärte uns, man kann das eigentlich alles auf einen Nenner bringen ,
Wenn wir an den Dingen Festhalten Leiden wir.
Ajahn Chah sagte einmal:
Viel Festhalten gibt viel Leiden
Wenig Festhalten gibt wenig Leiden
Kein Festhalten gibt kein Leiden
Wenn wir dann weiter beobachten, dass die Gedanken und die Gefühle uns beherrschen und feststellen, das da überhaupt nichts ist was ich kontrollieren kann. So wird klar alle Dinge und Phänomene sind ohne eigentlichen Wesenskern und es existiert keine ewige Seele und kein Ich, das ich mein eigen nennen könnte. Alles ist unpersönlich und Ichlos (anatta) 3. Daseinsmerkmal
Wir haben Milliarden Von Zellen In unserem Körper die täglich sterben und neue Zellen werden gebildet(geboren) So gesehen sterben wir immer wieder und wir bemerken es überhaupt nicht. Warum haben wir dann Angst vor dem sterben?
Wir müssen unsere Haltung und unsere innere Einstellung zum Leben ändern, wir wissen, dass das Leben fliesst, es ist ein immerwährender Prozess, ein Wechselspiel der Gedanken und Gefühle. Es ist unkontrollierbar, und es ist unbefriedigend und vergänglich und das müssen wir einfach akzeptieren, genau in diesem gegenwärtigen Augenblick.
Marcel empfahl uns, täglich Freundlichkeit zu üben und so viel wie möglich zu lächeln.
Präzisierung Durch Marcel Geiser:
der letzte Punkt tönt SEHR nach Thich Nhat Hanh, aber nicht nach mir…. smile!
Ein lächeln kann die Welt verändern.
Unser Leben wird bestimmt durch Ablehnung und Festhalten, er erzählte uns eine Geschichte von einem Schüler der zu einem Meister kommt und er möchte, dass das Leben etwas leichter wird. Der Meister sieht sofort, dass der Schüler einen schweren Rucksack auf hat und er fordert ihn auf doch den Rucksack einfach mal abzulegen, das würde ihm sicher das ganze erleichtern. Der Schüler will den Rucksack nicht ablegen, er will eine Übung, die Schüler wollen immer eineÜbung damit das Leben leichter wird. Den Rucksack will er aber nicht ablegen, der Meister fragt warum er den Rucksack nicht ablegen will? Da seien alle seine angesammelten Dinge( sprich Ego) seines Lebens drin, ohne die könne er unmöglich leben, antwortet der Schüler.
So wie der Schüler, seien auch wir hier, auch wir haben über ein Leben lang Ballast angesammelt und sind nicht bereit, diesen los zulassen. Wenn wir unseren Rucksack einmal untersuchen würden, da sehen wir unsere Gewohnheiten unsere falschen Erwartungen oder auch unsere unnötigen Sorgen und das macht den Rucksack enorm schwer. Nach zehn Jahren stirbt der Meister und er muss sich einen neuen Lehrer suchen und der neue Lehrer sieht den schweren Rucksack und fragt den Schüler; möchtest du nicht den schweren Rucksack ablegen und die ganze Geschichte beginnt von vorn.
Manche leiden lieber als etwas zu verändern, sie nehmen es noch als Persönlicher Angriff wenn wir es ihnen leichter machen wollen.
Lin-ji (jap. Rinzai soll einmal gesagt haben;
Der Weg des Buddha sei wie eine WC Schüssel.
wo wir auch alles Überflüssige loslassen,
auf dem Klo lassen wir ja auch alles Überflüssige los.
Linchi (Rinzai)war halt etwas Respekt los, aber er war auch sehr treffend.
Marcel Geiser erzählt uns von dem Gefühl, das er hatte als sein Kanarienvogel starb. Da hätte er immer ein Gespür gehabt, als sei der Kanarienvogel immer noch da, vor allem in der Erinnerung sei er immer präsent gewesen.
Präzisierung durch Marcel Geiser
Nein, es geht nicht um die Erinnerungen, sondern darum, dass wir erkennen, dass der Kanarienvogel aus all den Elementen des Lebens entstanden ist und immer als die Elemente weiterlebt, ohne, dass wir dabei aber auf einen Ewigkeitsglauben kommen.
Marcel erinnerte sich auch daran als seine Eltern starben, da habe er sich nie an das Bild geklammert, wie er sie in Erinnerung gehabt hätte, sondern sich dem Gefühl geöffnet, das er Lebe, dass er fühle und Freude empfinden könne. Er hätte immer gespürt, dass sie immer noch da seien und im in den Blumen, in den Wolken, den Schmetterlingen und der Sonne entgegenlächeln. Um so etwas zu erleben und sich für das öffnen zu können, muss man natürlich über sein kleines ich hinausgehen und er erklärte das mit dem kleinen Weisheitsvers von der Rose.
Am Anfang des Weges ist eine Rose, eine Rose.
Dann erkennen wir, dass alles vergänglich ist, und die Rose welkt.
Und die Rose kommt auf den Komposthaufen und „eine Rose ist keine Rose mehr.“
Dann, wenn wir auf dem Weg weitergehen sehen wir das aus der Rose Kompost wird.
Und dann sehen wir das aus dem Kompost wieder eine neue Rose wächst.
Eine Rose ist wieder eine Rose.
Am Anfang des Spirituellen Weges ist es noch relativ leicht unser Ego in den Griff zu bekommen, wir lösen uns erst von den groben Dingen und sehen schnell was wir ändern sollen. Wir suchen und finden einen Lehrer und sind bald Mitglied von einer Sangha. Jetzt praktizieren wir täglich und das Ego wird subtiler, wir unterscheiden und vergleichen, unser Weg ist der einzige wahre Weg. Wir haben das Gefühl wir seien bessere Menschen, als die anderen, wir fühlen uns gross artig.
Im Buddhismus nennt man die Lehren Fahrzeuge und das ist seit Urzeiten so. (Bildlich gesprochen) Die ganz alten(Hinayana) fahren einen Oldtimer (auch kleines Fahrzeug genannt), die vom Zen fahren Fahrrad, sehr einfach. Zeit ist unbedeutend und die vom Mahayana (grosses Fahrzeug) fahren im Bus, wir wollen alle miteinander Erleuchtet werden, aber das darf man nicht zu laut sagen, einige Leute sind sehr empfindlich, das Ego fährt immer mit.
Präzisierung durch Marcel Geiser
Hier geht es darum, dass das man sich stets was einbilden kann auf seinen besonderen Weg. dadurch kommt durch die Hintertüre genau das wieder herein, was wir loslassen wollten, unser Ego in Form von Dünkel. den Sportwagen der Varjrayanins hast noch vergessen, die meinen sie seien die Schnellsten, die Zenies meinen oft, sie seien die Klarsten oder Einfachsten, die Theravadins bilden sich oft was ein sie sieien die Ursprünglichsten und damit die Wahren, die Mahayanins bilden sich oft was ein weil sie die Bodhisattvas sind, die alle erlösen werden.
Marcel wollte uns damit zeigen, dass unser Ego nie ganz überwunden werden kann, es stellt uns immer wieder neue Fallen, das Ego ist sehr anpassungsfähig. Wir meinen jetzt bin ich ein spirituell guter Mensch, aber das Ego ist immer noch da, einfach etwas versteckt, es arbeitet im Hintergrund und sobald wir nicht aufpassen, übernimmt es die Kontrolle. Jetzt regieren wir nicht mehr, wenn wir angegriffen werden, sondern wenn das grössere unsere Gruppe oder Sangha angegriffen wird, dann reagieren wir, mit dem Ego.
Wir können das Ego vermutlich auch gar nicht wirklich loswerden, ursprünglich war es wohl unser Überlebenstrieb und in der Steinzeit hatte der wohl noch seinen Sinn aber heute ist das Ego sehr oft Selbstzerstöhrerisch, und eine Gefahr für uns, wenn wir das Ego nicht erkennen.
Wenn wir erkannt haben was wir in unserem Rucksack haben und uns von den überflüssigen und unnötigen Lasten befreit haben können wir ihn endlich abstellen. Wenn unser Weg wieder weiter geht, nehmen wir den jetzt leichten Rucksack einfach wieder auf.
Von jetzt an Reise ich mit leichtem Gepäck.
Nach Notizen von einem Vortrag von:
Marcel Geiser vom Haus Tao
Text von zentao 6..3.2008
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